5. September 2018

Von der Kleiderkammer zum Kooperationspartner: 30 Jahre Brückenbau

 

Geschichte(n) rund um Straffälligenhilfe in Celle: 30 Jahre Projekt Brückenbau konnten wir gestern feiern – bei bestem Wetter und gut gelaunten Gästen. Besucher aus Politik, Justiz, Kirche, Wirtschaft waren gekommen, dazu inhaftierte und haftentlassene Menschen, Ehrenamtliche, Freundinnen und Freunde und auch einfach Interessierte und Neugierige, die „neulich davon in der Zeitung gelesen“ hatten. An den Bierzeltgarnituren und in der Schlange am Grill kamen Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen miteinander ins Gespräch: Vertreter der Banken und Haftentlassene, Rechtsanwälte und JVA-Angestellte… Gelegenheit, um neue Kontakte zu knüpfen und bestehende aufzufrischen.

Stadt Celle mit leeren Taschen…

Stefan von der Beck, Staatssekretär im Niedersächsischen Justizministerium, sprach ein Grußwort. Er betonte, dass nicht alle Straffälligen vom Ambulanten Justizsozialdienst (AJSD) betreut würden: “Gerade diese Menschen finden bei Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine Anlaufstelle.” Dieter Rathing, Landessuperintendent des Sprengels Lüneburg, wies darauf hin, dass schon auf den ersten Seiten der Bibel Gott gewissermaßen Straffälligenhilfe für Kain leistete. Und der Celler Bürgermeister Heiko Gevers bedankte sich, dass er nicht ausgebuht worden sei, als er darauf hinwies, dass er mit leeren Taschen gekommen sei:  Das Projekt Brückenbau habe auch in Zukunft nicht viel finanzielle Unterstützung von der Stadt zu erwarten.

… und eine Tasche als Dankeschön

Mit dabei waren auch einige Gründungsmitglieder, die vor dreißig Jahren das Projekt Brückenbau ins Leben gerufen hatten. Geschäftsführer Otfried Junk zum Beispiel erzählte aus den Anfangsjahren, als das Projekt noch die Justizvollzugsanstalten aus seiner Kleiderkammer versorgte. Thomas Papies, Leiter der JVA Celle, bedankte sich für das Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen und unterstrich den hohen Wert, den die Kooperation für die JVA habe. Auch die Ehrenamtlichen selbst kamen zu Wort, ebenso Mitwirkende am Projekt „Alles paletti!“ Als Dankeschön erhielt jeder Gast am Ende eine von Inhaftierten und Entlassene selbst bedruckte Stofftasche mit Brückenbau-Motiven.

Ausführlicher Hintergrundbericht in Cellesche Zeitung
Bericht in CelleHeute
Bericht im Celler Kurier 

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

Fotos: Schwarzes Kreuz

Hast du nicht Gott zu jeder Zeit geehrt? Ist dein Leben nicht tadellos? Dann kannst du doch Mut und Hoffnung haben.