8. Mai 2013

Lebenswende nach Kontakt mit Schwarzem Kreuz

 

Als Sohn eines Imams wurde Raschid Idrissi in Marokko geboren. Heute ist er Christ und arbeitet im Arbeitskreis Freiburg des Schwarzen Kreuzes mit. Sein Buchschildert, welche abenteuerlichen Wege dazwischen lagen: „Sohn des Imams: Wie ein marokkanischer Muslim im deutschen Gefängnis von Jesus überrascht wurde“ (Brunnen-Verlag).

Idrissi – ein Pseudonym – wird 1959 in eine traditionelle marokkanische Familie hineingeboren. Seine Mutter ist Analphabetin, sein Vater  Imam und Koranschullehrer. Raschid wird schon früh sein Musterschüler und beweist auch später in der Schule Intelligenz und gute Auffassungsgabe. Alles deutet zunächst darauf hin, dass sein Lebensweg in traditionellen Bahnen verlaufen wird.

Aber schon in der Schule hat er ein etwas ungewöhnliches Lieblingsfach: Deutsch. Diese Sprache will er auch studieren. Aufgrund seiner guten Leistungen bekommt er ein Stipendium für Deutschland. Heidelberg und Freiburg  gefallen ihm so gut, dass er sein Studium dort zu Ende führen will.

 

Plötzlich Knast

Doch es kommt zunächst ganz anders. Aufgrund einer falschen Anzeige landet er für knapp drei Jahre ins Gefängnis. Hier kämpft er mit Depression und Verzweiflung. Er lernt Deutschland von einer ganz anderen Seite kennen, macht Bekanntschaft mit rauen Knastsitten und Drogen. Aber hier gewinnt er auch Freunde fürs Leben.

Und er besucht hier in der JVA den Freiburger Arbeitskreis des Schwarzen Kreuzes, zunächst aus reiner Neugier. Die Atmosphäre dort gefällt ihm. Nach und nach entdeckt er die Bibel für sich und fühlt sich immer mehr zu Jesus hingezogen. Schließlich lässt er sich taufen.

Heute lebt er mit seiner deutschen Frau und den beiden Kindern in der Nähe von Freiburg und besucht selbst Inhaftierte.

 

„Schwarzes Kreuz“ im Buch zu entdecken

Soweit der äußere Rahmen der Handlung. Farbig machen die Geschichte die vielen Details. Die inneren Konflikte, als er spürt, dass es ihn zum Christentum hinzieht, aber auch zum Beispiel ausführliche Schilderungen seiner Kindheitserlebnisse in Marokko oder die Not seiner Eltern, nachdem er Christ geworden ist. Dabei verurteilt er nicht, ob die Erziehungsmaßnahmen seines Vaters, die Handlungen so manches Knastkollegen oder selbst den Menschen, der ihn hinter Gitter brachte. Sein Blick bleibt immer einfühlsam und differenziert.

Nicht zuletzt ist es spannend, einiges über das Schwarze Kreuz in dem Buch wiederzuentdecken und es ausführlich aus der Sicht eines Inhaftierten beschrieben zu sehen: mit den Augen eines Menschen, der zuerst selbst im Gefängnis war, dem Menschen aus dem Schwarzen Kreuz nach der Entlassung wieder auf die Füße halfen und der heute selbst darin mitarbeitet.

Foto: Brunnen Verlag

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.