13. Januar 2011

Jugendliche in Haft

Seit 17 Jahren betreuen Elisabeth Mertl und ihr Team vom „Schwarzen Kreuz“ ehrenamtlich jugendliche Straftäter in der JVA Herrenwörth in Neuburg. Sie hilft ihnen, mit ihren Taten, den Folgen und dem Leben hinter Gittern zurecht zu kommen.

Sie arbeitet gerne mit Jugendlichen zusammen, sagt Elisabeth Mertl. Doch die Geschichten, die sie dabei immer wieder zu hören bekommt, gehen ihr manchmal ganz schön an die Nieren:

 

„Das Beeindruckendste für mich war, wie mir ein junger Gefangener, 15 Jahre alt, einmal erzählt hat, wie er zusammen mit seinem Bruder seinen Stiefvater erwürgt hat. Diese ganze Aufarbeitung dieser Tat mitzuerleben, mit Tränen seinerseits und Reue, das war schon schlimm. Aber dieses Erlebnis möchte ich auch nicht missen.

 

„Jeder hat eine zweite Chance verdient“

170 junge Männer sitzen im Jugendknast Herrenwörth in Neuburg – verurteilte Betrüger, Diebe, Drogendealer, Totschläger. Die Jüngsten sind gerade mal 15 Jahre alt, 21 die Ältesten. Ihr Job, sagt Elisabeth Mertl, lässt sich in zwei Worte zusammenfassen: „Hoffnung geben“.

Jeder habe die Chance auf einen Neuanfang verdient, findet Elisabeth Mertl, die mit ihren Jugendlichen kocht, Filme schaut, oder einfach nur ein bisschen quatscht. Zurzeit packt sie Weihnachtspakete mit Lebensmitteln und Süßigkeiten. Kleine Aufmerksamkeiten für die Jugendlichen, die kaum noch Kontakt in die Welt jenseits der Knastmauern haben.

Viele dieser alltäglichen Dinge müssten sich die Gefangenen normalerweise von ihrem spärlichen Einkommen selbst kaufen. Für ihre Geschenkpakete sammelt die 58-Jährige Spenden in ihrer Heimatpfarrei in Neuburg. Über ihre Pfarrei ist sie damals auch zu dieser Arbeit gekommen.

Ihr Job hat ihr einen neuen Blick auf jugendliche Straftäter gegeben, sagt Elisabeth Mertl. Eine Erfahrung, zu der sie auch andere Menschen ermutigen möchte. Denn Nachwuchs können sie und ihre acht ehrenamtlichen Kollegen aus der Gefangenenbetreuung in Neuburg immer brauchen.

Informationen zum Arbeitskreis Neuburg

Foto: Der Arbeitskreis Neuburg

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.