25. April 2022

Besuch im Gefängnis mal anders

Foto: Canva/ Schwarzes Kreuz

Skypen hat in der Jugendanstalt Hameln während der Corona-Pandemie einen Aufschwung erfahren. Dazu die stellvertretende Leiterin Maike Pucks:

Monatlich finden in der Jugendanstalt Hameln zwischen 170 und 200 Skype-Besuche statt. Was auf den ersten Blick technisch und funktional erscheint, wird in der Realität beeindruckend lebhaft und emotional.

Kranken Vater in Rumänien virtuell besucht

Ein junger Mann beispielsweise besucht seine Mutter in Italien, die während des Kochens kurz die Kamera des Handys über das Essen hält und ihrem Sohn lächelnd erklärt, welche Köstlichkeit ihm gerade entgeht. Ein junger inhaftierter Vater trifft seine Tochter, die bei Pflegeeltern lebt. Ein anderer Inhaftierter besucht seinen Vater virtuell in Rumänien. Der Vater kann sich krankheitsbedingt nur noch schwerlich um Haus und Hof kümmern. Für den Sohn wird deutlich, wie schmerzlich er vermisst wird und welche Aufgaben auf ihn nach der Haftentlassung warten.

Erleichterung für Angehörige

Die oftmals sehr technikaffinen Jugendlichen genießen die 30 Minuten Besuchszeit vor dem PC. Sie können für kurze Zeit am Alltag ihrer Lieben teilnehmen, diesen unmittelbar erleben, jedoch auch Schwierigkeiten wahrnehmen, die möglicherweise durch sie selbst entstanden sind. Auch für die Angehörigen sind Skype-Besuche unkomplizierter in ihren Tagesablauf zu integrieren, weil die teilweise langen und auch kostspieligen Anfahrten zu den Präsenz-Besuchen entfallen. Trotz der räumlichen Entfernung entsteht so ein besonderes Gefühl von Nähe und Verbundenheit.

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(Der Artikel ist ein gekürzter Auszug aus einem Beitrag in „Forum Straffälligenhilfe“ 2/2021)

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Die Angst presst mir das Herz zusammen. Lieber Gott, mach mich frei und nimm den Druck von mir!