Es ist schon einige Jahre her, bei einem Bibelkurs in der JVA unterhielten sich die Inhaftierten über ihren Glauben. Jeder in der Gruppe wird akzeptiert, jeder ist was er ist und nicht was er getan hat. Also, nicht der Drogendealer, sondern der Mann, der mit Drogen gedealt hat; nicht der Betrüger, sondern der betrogen hat; nicht der Mörder, sondern der Mensch, der getötet hat. Das ist ein gewaltiger Unterschied!
Da sitzen Männer mit ihrem oft so kaputten Leben zusammen und sprechen über Gott, ihren Glauben und wie sie mit Gott in Verbindung kommen. An einen Satz aus diesem Gespräch möchte ich mich für immer erinnern. Ein Inhaftierter sagte: „Da habe ich zu Gott gebetet und er hat zurückgebetet!“
Angela Gessner, kath. Seelsorge an der JVA Weiterstadt
„Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?“
Fotos: privat (oben)
Wir sind nicht das, was die Leute von uns erwarten oder wie sie sich uns wünschen. Wir sind, wer wir zu sein beschlossen haben. Den anderen die Schuld zu geben, ist immer einfach. Damit kannst du dein ganzes Leben zubringen, aber letztlich bist du allein für deine Erfolge oder deine Niederlagen verantwortlich.