Unsere Mitmenschen draußen leben in Freiheit. Für sie ist die Freiheit normal und nichts Besonderes, aber für uns Inhaftierte es das, wonach wir uns am stärksten sehnen. Unser Traum ist, dass endlich die Türen offen sind, dass wir nicht überall bewacht und beobachtet werden und fast alles, was wir tun möchten, genehmigt werden muss.
Doch gibt es nur draußen die Freiheit? Die äußere Freiheit ganz bestimmt, aber darauf müssen wir noch warten. Die innere Freiheit können wir jedoch schon jetzt bekommen. Innerlich frei ist man, wenn man sein Ego und vieles, was uns in Besitz nimmt, loslassen kann. Gott kann uns dabei unterstützen. Wenn man versucht, sich in Gott hinein loszulassen, kann man ruhig in seinem Herzen werden, frei von seinem eigenen Ich und leer von allen Ängsten und Sorgen um sich herum.
Lydia, zurzeit JVA Köln (aus unserem Kalender „Tapetenwechsel“ 2015)
Foto: twinlili, pixelio
Ich danke Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen und mir seine Güte nicht verweigert.