8. März 2024

Weibliche Straffälligkeit ist anders

„Ich hätte gern eine inhaftierte Frau als Briefpartnerin!“ Das hören wir immer wieder, wenn jemand neu in sein Ehrenamt startet. Was nur wenige wissen: Es gibt kaum inhaftierte Frauen. Sie machen nur rund sechs Prozent aller Menschen in Haft aus.

Straftaten innerhalb der Familie

Weibliche Straffälligkeit wird wenig beachtet. Sie ist anders. Schwere Straftaten sind laut Angaben der Justizvollzugsanstalt Vechta für Frauen „überwiegend Konflikttaten, Folgen einer aus der Sicht der Frauen ausweglosen Situation.“ Sie ereignen sich oft innerhalb der Familie. Häufig sind sie Reaktionen auf Bedingungen, die den Frauen unerträglich erscheinen und für die sie keinen sinnvollen Ausweg finden.

Resignation statt Aggression

Der Freiheitsentzug belastet Frauen noch einmal anders als Männer. Sie werden häufig von ihren Partnern verlassen. Ganz besonders leiden sie unter der Trennung von ihren Kindern. Ihr Selbstwertgefühl ist gering. Körperliche Aggressionen und Rücksichtslosigkeit sind bei ihnen eher selten. Eher herrschen Resignation und Orientierungslosigkeit vor.

Danke an alle, die helfen!

Die Justizvollzugsanstalten tun viel dafür, um den Frauen beiseite zu stehen, und stellen sich soweit möglich auf die besondere Situation ein. Ein herzlicher Dank an alle, die sich um inhaftierte Frauen bemühen – in den Gefängnissen, als Ehrenamtliche, im Briefkontakt und wie auch immer! Gerade heute am Internationalen Tag der Frau.

Mehr zum Thema finden Sie zum Beispiel auf der Homepage der JVA Vechta. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Unsere anderen Kanäle:

Abonniere unseren Newsletter:

Wer nichts Böses tut, hat damit noch nichts Gutes getan.

Karl Heinrich Waggerl
Aus unserem Jahreskalender