
Es gibt viele schöne Arten, seine Freizeit zu verbringen. Ins Gefängnis zu gehen gehört für die meisten Menschen definitiv nicht dazu. Und doch ist der Umgang mit Menschen hinter Gittern für einige genau das, was ihr Leben reich macht – zum Glück für Inhaftierte. Richard Gelenius aus Nürnberg zählt dazu. Vier Jahrzehnte leitete er unseren Arbeitskreis in Nürnberg. Mit knapp 80 Jahren legt er jetzt das Amt nieder. Wir sagen DANKE!
Ein Gefangener bittet um Hilfe, ein Seminarraum wird gebraucht, es fehlt noch jemand in einem Gremium? Richard Gelenius ist ein Mensch, der sieht, wo Unterstützung gebraucht wird. Jemand, der anpackt, sich einsetzt, Entscheidungen trifft. Und andererseits jemand, der nie allein unterwegs ist. „Kooperation und Vernetzung spielen für uns im Arbeitskreis eine große Rolle.“
Und so war er auch acht Jahre im Vorstand des Schwarzen Kreuzes mit dabei und hat in all den Jahrzehnten kaum eine Jahrestagung verpasst. Obwohl er dafür durch halb Deutschland fahren musste. Aber aktiv Anteil nehmen an dem, was um ihn herum passiert, das ist ihm nun mal wichtig. Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu: in Vorträgen und Informationsveranstaltungen anderen nahebringen, warum Menschen in Haft Unterstützung brauchen.
Und das wird er auch weiterhin tun. Einfach aufhören kann kaum, wer einmal für die Straffälligenhilfe gebrannt hat. Der nächste Vortrag steht schon im Terminkalender. Und zunächst leitet er den Arbeitskreis Nürnberg kommissarisch weiter. „In der Hoffnung, dass ein Mensch aus der jüngeren Generation demnächst das Ruder übernimmt.“
Infos zum Arbeitskreis Nürnberg
„Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?“
Ich danke Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen und mir seine Güte nicht verweigert.