7. November 2013

„Pflichtlektüre“ für Ehrenamtliche

Inhaftierte haben verständlicherweise oft den großen Wunsch nach einer Lebensgefährtin, einer Partnerin, einer „Frau fürs Leben“. Aber umgekehrt? Wie ist es zu verstehen, dass Frauen sich ausgerechnet in Mörder, Totschläger, Vergewaltiger verlieben können? Frauen, die eigentlich nur helfen wollten?

Das neu erschienene Buch von Elisabeth Pfister „Wenn Frauen Verbrecher lieben“ beleuchtet Beziehungen von Frauen, die mit einem Inhaftierten ein Liebesverhältnis eingegangen sind. Welche bewussten und unbewussten Beweggründe können zu solchen Verstrickungen in der Beziehung zu einem Straftäter führen? Wie kann die Anziehungskraft des Bösen oft so stark und faszinierend sein? Es kostet große emotionale Anstrengung, dieses Buch zu lesen. Aber es öffnet auch die Augen für das Zusammenspiel vieler unbewusster Vorgänge. Elisabeth Pfister guckt genau hin, wenn sie Gespräche und Interviews wiedergibt, psychologische Erklärungen zu Rate zieht, Frauen ihre Geschichte mit einem Straftäter erzählen lässt.

Sie verurteilt niemanden, sondern beurteilt das Tabu-Thema „Wenn Frauen Verbrecher lieben“ sensibel, facettenreich und mit großer Klarheit. Sehr lesenswert und nahezu ein „Muss“ für Frauen, die sich ehrenamtlich in der Straffälligenhilfe engagieren!

„Wenn Frauen Verbrecher lieben“, Elisabeth Pfister, Ch. Links Verlag, Berlin, 16,90 Euro, ISBN 978-3-86153-744-1

Foto: Ch. Links Verlag

I. Meifert

Presie Gott, den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.