7. September 2018

Wozu brauchte man 1988 ein “Projekt Brückenbau?”

 

 

Erkennen Sie jemanden wieder? Vielleicht den heutigen Geschäftsführer des Schwarzen Kreuzes, Otfried Junk. Bei den anderen Personen wird es schwieriger. 30 Jahre alt ist das historische Foto oben: Diese Frauen und Männer haben das Projekt Brückenbau gegründet!

Entstanden ist das Projekt als Tochterverein des Schwarzen Kreuzes 1988. Das Schwarze Kreuz arbeitete damals wie heute in ganz Deutschland. Bundesweit suchte und begleitete es Ehrenamtliche für die Straffälligenhilfe, baute Arbeitskreise auf, vermittelte und begleitete Briefkontakte zwischen Ehrenamtlichen und Gefangenen. Dazu kam die konkrete Arbeit vor Ort. Sie war von ganz anderer Art: Täglich standen Entlassene und Angehörige vor der Tür; Inhaftierte der Celler Gefängnisse wurden betreut und Kontakte zu Behörden gepflegt.

Keiner der beiden Bereiche sollte zu kurz kommen. Darum musste die Arbeit vor der eigenen Haustür einen ganz eigenen Schwerpunkt bekommen. Also gründete das Schwarze Kreuz 1988 „Projekt Brückenbau Celle e.V.“, das sich nur darauf konzentrieren sollte (links sehen Sie das frühere Logo). Den Kern seiner Aufgabe sah es darin, Straffälligen konkret bei der Bewältigung vielfältiger Lebensschwierigkeiten zu helfen. „Miteinander leben lernen“ lautete das Motto. Das Schwarze Kreuz war von jetzt an für die überregionale Arbeit zuständig.

 

Vertrauen können ist wichtig

1992 zog das Projekt Brückenbau in seiner Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz. Eine Tagungsbegegnungsstätte, Freizeitangebote, ein „soziales Training“ in den JVAen und anderes war ins Leben gerufen worden. Wichtig war den Haupt- und Ehrenamtlichen dabei, ein Vertrauensverhältnis zu den Inhaftierten aufzubauen.

1994 wurde „Projekt Brückenbau“ als offizielle Anlaufstelle für Straffällige des Landes Niedersachsen anerkannt (Pressebericht).

2012 wurde eine Kooperationsvereinbarung mit der JVA Celle und dem Bezirk Lüneburg des Allgemeinen Justizsozialdienstes (AJSD) geschlossen.

Heute wieder ein Verein

2017 wurde die Trägerschaft der Anlaufstelle wieder vom Schwarzen Kreuz übernommen, um die regionale und überregionale Arbeit wieder in einer Hand zusammenzufassen. Damit sollte die Verwaltung vereinfacht werden: In 30 Jahren war sie mit immer mehr Vorschriften sehr viel komplexer geworden.  An der inhaltlichen Ausrichtung beider Arbeitszweige änderte sich dadurch aber nichts. Jeder behielt seinen eigenen Schwerpunkt.

Der Verein “Schwarzes Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V.” umfasst also zwei Bereiche: Das Projekt Brückenbau für regionale Arbeit und das “Schwarze Kreuz” in einem engeren Sinne, nämlich als für die überregionale Arbeit zuständigen Zweig.

Und so geht die Arbeit weiter – wir werden sehen, was die Zukunft bringt!

Leitung:
1988-1997: Otfried Junk, Pastor
1998-2015: Matthias Wachau, Diakon
seit 2016:  Otfried Junk, Pastor (Geschäftsführung), Mona Gremmel, Diakonin und Sozialarbeiterin (Fachleitung)

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

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