
Wofür sind Sie dankbar? Unsere Praktikantin Marjam Pasche hat sich heute zum Tag der Dankbarkeit Gedanken gemacht:
„Ich bin dankbar für das Dach über meinen Kopf und für das Essen auf meinen Tisch. Ich bin dankbar, wenn mir jemand die Tür aufhält und wenn ich zum Geburtstag Kuchen bekomme.
Aber ist das wirklich Dankbarkeit? Ich meine, ja natürlich sag ich Danke und meine es auch … ein bisschen. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich den Kuchen zu meinem Geburtstag auch erwartet. Ich wurde immerhin gefragt, welchen ich will. Und das Dach und das Essen? Ich weiß, dass es Menschen gibt, die diese Sachen nicht haben, aber ich musste niemals darum bangen.
Was würde es bedeuten, tatsächlich dankbar zu sein? Wenn ich wirklich wüsste, dass alles jeden Moment weg sein kann und vor allem, dass ich es nicht verdient habe?“
Es gibt Menschen, die diese Erfahrung gemacht haben: Menschen in Haft. Sie lernen, schon für kleine Dinge dankbar zu sein. Die doch eigentlich ganz große sind: ein Brief zum Beispiel, geschrieben vielleicht von einem unserer Ehrenamtlichen. Vielleicht von Ihnen. Ein Telefongespräch. Ein Besuch.
Danke Ihnen allen, die Sie Anteil nehmen an Menschen hinter Gittern! Unabhängig davon, ob und wie schuldig sie sind. Weil sie Menschen sind. Weil sie zu uns gehören. Weil sie Gottes geliebte Geschöpfe sind.
„Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?“
Glücklich zu nennen sind alle, denen das Leid anderer nicht gleichgültig ist. Denn sie werden in ihren Schwierigkeiten selbst auch Anteilnahme erfahren.