25. März 2021

Nach der Entlassung: Briefkontakte verändern sich

Mann auf Bahnschienen von hinten. Er geht weg.

Foto: Rike, pixelio

Was wird aus einem Briefkontakt, wenn der Inhaftierte entlassen wird? Die meisten Kontakte brechen ab oder verlaufen schnell im Sand: Sei es, weil all die neuen Anforderungen nach der Entlassung einen überwältigen und man nicht mehr zum Schreiben kommt. Oder vielleicht auch, weil jemand alles hinter sich lassen möchte, was die Haftzeit betrifft.

Einige der Kontakte bestehen aber auch über die Haft hinaus, dann oft in veränderter Form. Zum Beispiel nicht mehr per Brief, sondern eher über soziale Medien und/ oder Telefonate. Vier Stimmen dazu:

Zu Gott und Gesellschaft gefunden

„A. und ich schreiben uns oft. Er hat seit einiger Zeit zu Gott und in die „normale“ Gesellschaft gefunden. Ich bin sehr dankbar für diesen Kontakt, der nun schon fast ein Jahrzehnt besteht.“

Gruß-Kontakt

„Der Kontakt besteht noch, wenn auch mit sehr großen Abständen und wenig greifbaren Inhalten. Zu seiner eigenen Lage macht M. nach wie vor nur sehr grobe Andeutungen mit dem Versprechen, bald mehr zu schreiben. Wir haben also eine Art Gruß-Kontakt.“

Kann weiter unterstützen

„Herr B. hält den Kontakt aufrecht, allerdings über WhatsApp. Ich finde das gut. So bekommt man das eine oder andere mit und kann auch weiterhin unterstützen.“

Lange Telefonate

„Wir schreiben uns nicht mehr, sondern telefonieren alle sechs bis acht Wochen. Inzwischen meldet er sich H. auch schon mal per Facebook oder Signal mit kurzen Lebenszeichen. Unsere Telefonate dauern recht lange, oft bis zu einer Stunde. Wir haben uns immer noch was zu sagen.“

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

Bei dir, Herr, habe ich Zuflucht gefunden. Du bist mein Gott. Alle Zeiten meines Lebens sind in deiner Hand.