21. Februar 2020

„Tapetenwechsel“: Viel Nutzen für Haftanstalten

Drittes Treffen in JVA Zeithain

Gefangene und Menschen von „draußen“ begegnen sich – in drei Treffen in der JVA und einem halbem Jahr Briefwechsel: Das ist unser Projekt TAPETENWECHSEL. Wir haben es bereits in mehreren JVAen durchgeführt; jetzt im sächsischen Zeithain. Dort treffen wir uns im März zum dritten Mal. Ein Win-Win-Projekt für alle Seiten: Gefangene bekommen Kontakte nach „draußen“. Die Briefpartner/innen lernen die Gefängniswelt kennen und können dabei manches Vorurteil zurechtzurücken. Und eine JVA hat die Chance, neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Neun neue Verbindungen

Das zweite Treffen in Zeithain startete mit einer guten Nachricht: Der Briefwechsel klappt (fast) überall! Neun Verbindungen hatten sich beim ersten Treffen drei Monate zuvor gefunden. Jeweils ein/e Briefpartner/in von diesseits und jenseits der Gefängnismauern hatten vereinbart, einander zu schreiben. Monatliche Impulse vom Schwarzen Kreuz sollten Themenanregungen geben.

Guten Draht gefunden

Nur eine einzige Verbindung hatte Startschwierigkeiten. Alle anderen waren lebhaft im Austausch. Die Impulse wurden sogar kaum genutzt, Themen fanden sich von allein genug.

Dass so ein guter Draht zwischen den beiden Seiten entstanden war, freute auch Mitarbeiterinnen der JVA, darunter die stellvertretende Anstaltsleiterin Anke Palm. Auch sie brachten sich an diesem Tag mit ein.

Vorteile für die JVA

Seelsorgerin Christel Bakker-Bents schätzt an dem Projekt, dass es für alle Seiten niedrigschwellig ist. Niemand verpflichtet sich über lange Zeit, weder Gefangene, ihre Briefpartnerinnen und Briefpartner und auch nicht die JVA selbst. Aber vielleicht schreibt der eine oder die andere von „draußen“ auch nach dem Ende des Projekts weiter oder hat Lust, sich auf andere Art ehrenamtlich in der JVA zu engagieren. Dafür ist der TAPETENWECHSEL ein idealer Einstieg.

Ein weiterer Vorteil für die JVA: Die Betreuung des Projekts und die Begleitung der Teilnehmenden übernimmt weitgehend das Schwarze Kreuz.

Fotos: Schwarzes Kreuz

„Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?“

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