
„Du bist ein Geschenk – wann bekommt das ein Mensch hinter Gittern schon mal gesagt?“ überlegt Matthias Feige, Leiter unseres Arbeitskreises in Zwickau. Manch einer hat so einen Satz wohl noch nie gehört. Damit so etwas hier aber keine Ausnahme bleibt, geht der Arbeitskreis alle zwei Wochen in die Untersuchungshaft in Zwickau. „Spielen und Quatschen“ lautet sein Angebot dort. Das Ziel: Spaß haben beim Würfelspiel. Und reden, über Gott und die Welt. Über alles, was den Menschen an diesem Tag auf der Seele und auf der Zunge liegt. Ob witziges Geplänkel oder manchmal auch todernste Dinge.
„Du bist ein Geschenk“: Das steht auf einer Postkarte, die Matthias Feige verteilt, als kleinen Impuls, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die meisten haben eher die gegenteilige Erfahrung gemacht. Ein Geschenk? Sie waren doch oft schon als Kinder nicht gewollt. Wieder wird erzählt, Erinnerungen kommen ans Tageslicht. Und dabei ist dann vielleicht doch die eine oder andere Erfahrung, beschenkt worden zu sein. Oder für jemand anderes ein Geschenk gewesen zu sein. Zum Beispiel in dieser Runde. „Uns liegt daran, ganz niedrigschwellige Impulse zu geben“, so Feige, „Dafür sind solche Postkarten ideal.“
In Untersuchungshaft bleiben viele Gefangene nur wenige Monate. Hier warten sie auf ihre Gerichtsverhandlung. Anschließend werden sie in Strafhaft verlegt oder auch entlassen. Dementsprechend hoch ist die Fluktuation in der Gruppe. Matthias Feige und der Arbeitskreis versuchen, durch dieses Gruppenangebot jedem, der möchte, ein bisschen seelischen und geistlichen Reiseproviant für ihre Zukunft mitzugeben. Bei einigen fragen sie sich, was aus ihnen geworden ist. Manchmal kann er den Kontakt beibehalten. „Wenn sie in der Nähe bleiben, können wir sie manchmal besuchen.“
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„Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?“
Ich danke Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen und mir seine Güte nicht verweigert.