27. Mai 2025

Was bedeutet „Maßregelvollzug“?

Nicht jeder, der eine erhebliche Straftat begangen hat, bekommt eine Gefängnisstrafe. Bei manchen stand die Tat in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung oder einer Sucht. Dann kann eine Behandlung im sogenannten Maßregelvollzug angeordnet werden, also in einer speziellen psychiatrischen Klinik oder Entziehungsanstalt für Inhaftierte..

Langer Aufenthalt, wenig Perspektiven

Klinik statt Gefängnis – das mag erst einmal gut klingen. Aber: Es gibt kein festes Entlassungsdatum. So kann sich die Behandlung über viele Jahre, manchmal gar ein bis zwei Jahrzehnte hinziehen, ohne dass sich Zukunftsperspektiven entwickeln lassen. Und da es in einer Klinik keine Arbeit für die Patient:innen gibt, gibt es auch keine Möglichkeit, sich auf diese Weise sinnvoll zu beschäftigen.

Maßregelvollzug platzt aus allen Nähten

Da fühlen sich manche im kompletten Abseits, gelangweilt, gleichgültig, abgeschoben und vergessen. Ein Nährboden für Aggressionen, erst recht bei den erheblichen psychischen Krankheiten, die hier auf engem Raum zusammenkommen. Denn der Maßregelvollzug platzt aus allen Nähten. Es gibt zu wenig Mitarbeitende für zu viele Patient:innen. Schon 2021 informierte zum Beispiel BuzzFeed über die angespannte Situation.

Und die Situation verschärft sich weiter. „Problemfall Maßregelvollzug“ nannte sich eine aktuelle Veranstaltung der DGPPN, die hier auf Youtube anzusehen ist.

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