25. Juni 2019

Moritz Thöle-Weimar zum Diakon eingesegnet

Dinge anders denken, Althergebrachtes auf neue Weise umsetzen – das gefiel unserem Mitarbeiter Moritz Thöle-Weimar schon immer an der  Evangelischen Jugend. So musste für ihn Diakonie sein. Das hat ihn nicht mehr losgelassen. Jetzt ist er selbst Diakon. Dieter Rathing, Landessuperintendent für den Sprengel Lüneburg, segnete ihn am Sonntag in der Celler Paulus-Gemeinde ein.

Lebenswege voller Stolperfallen

26 Jahre alt ist er heute. Studiert hat er an der Hochschule Hannover, wollte Diakon und Sozialarbeiter werden. Während des Studiums führte er ein Projekt in der JVA Celle durch. Dabei lernte er Menschen kennen, deren Lebenswege voller Brüche und Stolperfallen waren. Die Arbeit mit solchen Menschen sprach ihn noch einmal auf besondere Weise an. An seiner Stelle im Projekt Brückenbau gefällt ihm dazu die Vielseitigkeit: Hier sind nicht nur seine Fähigkeiten als Diakon, sondern genauso die als Sozialarbeiter gefragt.

Diese Arbeit steht dabei ganz besonders in einem Spannungsfeld. Landessuperintendent Rathing wies in seiner Predigt darauf hin, dass diese Spannung schon bei Jesus immer wieder Thema war:  „Auf der einen Seite: Du bist zuerst Gottes Geschöpf. Nicht deine Taten bestimmen deinen Wert als Mensch. Und auf der anderen Seite: Was ein Mensch tut, das ist nicht egal, sondern das hat Konsequenzen.“ Jesus löse eine solche Spannung nicht, aber halte sie mit aus.

Erstmal den Kühlschrank füllen

Letztlich gehe es auch in der Straffälligenhilfe um „Menschen, die andere Menschen nötig haben“, sagte Rathing. Oft erst einmal einfach darum, wie man Rechnungen bezahlt und den Kühlschrank füllt. Und damit Hunger und Durst eines Menschen vermeidet, „samt den Folgen, die daraus entstehen“.  Thöle-Weimar habe seine Gaben dort entdeckt, wo Menschen ganz besonders darauf angewiesen sind.

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

Foto Mitte v.l.n.r.: Otfried Junk, Geschäftsführer des Schwarzen Kreuzes;
Dieter Rathing, Landessuperintendent für den Sprengel Lüneburg;
Thöle-Weimar; Helge Bechtloff, Kirchenkreisjugendwart im Kirchenkreis Ronnenberg; Holger Reiss, Fachleitung von Projekt Brückenbau;
Daniel Becker, Kirchenkreisjugendwart im Kirchenkreis Wesermünde

Fotos oben und unten: Schwarzes Kreuz, Mitte: Carolin Anklam

Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: Geboren werden und Sterben, Weinen und Lachen, Umarmen und Loslassen, Suchen und Finden, Reden und Schweigen, Tanzen und Klagen.