… und komme eigentlich aus Trier. Seit 2011 bin ich in Haft. Bis vor ein paar Wochen schrieb mir meine Frau noch regelmäßig, doch seit ein paar Monaten höre ich nichts mehr von ihr. Sie ist die einzige Person, die ich draußen noch habe. Hier im Gefängnis gleicht jeder Tag dem anderen. Man kennt hier keinen, mit dem man richtig reden kann. Dann verkriecht man sich nur auf seiner Zelle und grübelt. Dass meine Frau sich nicht meldet, macht mir ernsthaft zu schaffen. Ich weiß nur, dass sie umgezogen ist, aber ihre neue Adresse habe ich nicht. Sie fehlt mir so schrecklich. Ich hätte so gerne jemanden, der mir mal zuhört und dem ich meine Seele und Gedanken öffnen kann. Dann hätte ich einen Hoffnungsschimmer und könnte auf andere Gedanken kommen. Weil ich ja auch an die Zukunft denken muss.
Christoph, JVA Koblenz (aus unserem Kalender „Tapetenwechsel“ 2015)
Ich danke Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen und mir seine Güte nicht verweigert.