19. Oktober 2021

Christina Tabea Brucker als Geschäftsführerin eingesegnet

Dr. Andrea Burgk-Lempart legt Christina Tabea Brucker die Hände auf und schließt dabei die Augen.
Foto Sarah Heinelt

Am Sonnabend wurde unsere Geschäftsführerin Christina Tabea Brucker von Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart in einem Gottesdienst in ihr Amt eingesegnet. Auch der Vereinsvorstand und weitere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sprachen Frau Brucker ihren Segen und gute Wünsche zu. Mit dabei in der gut besetzten Celler Pauluskirche waren Gäste aus Politik, Kirche und Justiz, Kolleginnen und Kollegen, Ehrenamtliche und Angehörige.

Handfest, klar, zugewandt

Christina Tabea Brucker habe sie kennengelernt als „handfest, klar, zugewandt und humorvoll“, sagte Dr. Burgk-Lempart in ihrer Predigt. Teamarbeit sei der neuen Geschäftsführerin wichtig. Die Superintendentin hob die Vielfalt und Relevanz der Arbeit des Schwarzen Kreuzes hervor: Schließlich unterstützen wir Straftäter auf ganz unterschiedlichen Wegen dabei, in die Legalität zurückzufinden, von Briefkontakten bis hin zu Unterstützung bei der Geldverwaltung.

Beziehung statt Ratschlägen

Dr. Burgk-Lempart war selbst einmal in der Jugendanstalt Hameln zu Gast. Überraschend für sie damals war, dass sie gar nicht so viele Unterschiede zwischen Straftätern und anderen Menschen wahrnahm: “Ich hatte den Eindruck, dass uns sehr viel mehr verbindet als trennt.” Das entspricht ganz der Haltung des Schwarzen Kreuzes: “Sie bieten Straftätern vor allem Beziehung an; Beziehung statt Ratschlägen. Sie hören zu, Sie bleiben da, auch wenn Sie bei dem Gehörten manchmal erschrecken.“ Dabei werde keine Hilfe übergestülpt. „Das tat auch Jesus Christus nicht. Seine Haltung war eine diakonische, die nichts aufzwingt.“

Die Superintendentin zitierte den Bibelvers „Sei mutig und entschlossen!“ Im Alten Testament ermutigt Gott mit diesen Worten Josua, der für das Volk Israel ein neues Land einnehmen soll – eine verantwortungsvolle Aufgabe. Nicht alles klappt gleich nach Wunsch. „Gott verspricht nicht, dass unsere Vorhaben gelingen, aber sagt uns immer seine Gegenwart zu!“

Beim anschließenden Empfang überreichte der Neuenhäuser Ortsbürgermeister Dr. Jörg Rodenwaldt Frau Brucker fair gehandelten Kaffee für die Arbeit; schließlich sei die Anlaufstelle für Straffällige „Projekt Brückenbau“, die zum Schwarzen Kreuz gehört, der Kampagne „Fairtrade Neuenhäusen“ angeschlossen. Er wünschte ihr alles Gute und zitierte dabei das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Fotos: Sarah Heinelt, Wolfgang Jung

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

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Am Morgen wirst du sagen: Ach, wäre es doch schon Abend! Und am Abend wirst du sagen: Ach, wäre es doch schon Morgen! So sehr graut euch vor allem, was ihr erleben müsst.