23. Februar 2018

“An Sie vermieten wir nicht”

 

 

Wie kommt man an eine günstige kleine Wohnung in Celle? Das ist schon für „normale“ Leute mit wenig Geld nicht gerade einfach. Welcher Vermieter nimmt dann schon jemanden auf, der frisch aus dem Gefängnis kommt?!

Das Wohnungsproblem von aus der Haft entlassenen Menschen war kürzlich Thema beim Jahresempfang unserer Anlaufstelle „Projekt Brückenbau“. Etwa 70 Gäste hörten verschiedene Stellungnahmen zum Thema. In einem Punkt waren sich alle einig: Hier muss sich dringend etwas tun.

„An Sie vermieten wir nicht”

„Wir konnten 2017 nur zwei Wohnungen vermitteln“, so Mona Gremmel, Fachleitung der Anlaufstelle. „Aber ohne Wohnung kann ein Haftentlassener nicht wirklich neu anfangen. Wie soll man da zur Ruhe kommen, Arbeit finden, sich einen neuen Bekannten- und Freundeskreis aufbauen?“

Ute Pankow vom Celler Kalandhof, der Wohnungslose aufnimmt, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Nur die WBG (Städtische Wohnungsbau GmbH) und vereinzelte private Vermieter würden Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen. „Sonst heißt es: An den Kalandhof vermieten wir nicht.“

Für Otfried Junk, Geschäftsführer des Schwarzen Kreuzes, können die Hilfeanbieter allein das Problem nicht lösen. Er wünscht sich eine engere Verzahnung mit Politik und Kommunalverwaltung, um Haftentlassenen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Denn: „Speziell unserer Klientel nützen auch keine Wohnungsbauprogramme.“

 

Foto von links nach rechts: Otfried Junk, Mona Gremmel, Ute Pankow, Karsten Willemer (vom Fachausschuss Projekt Brückenbau)

Berichte und Fotos in  und Celle heute und Cellesche Zeitung

“Warum helfen Sie im Schwarzen Kreuz ausgerechnet Kriminellen?”

Wo ist eure Begeisterung geblieben?