8. November 2010

Wir in Nordrhein-Westfalen

„Wir wollen die Straffälligen nicht mit religiösen Dogmen einlullen, sondern auf Augenhöhe mit ihnen über den Glauben sprechen“: So fasst Otfried Junk das Seminarthema für den WAK zusammen. Die Regionalausgabe des Westfälischen Anzeigers hatte über das Seminar für Ehrenamtliche am 30. Oktober in Hamm berichtet.

Beim Seminar „Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her? – Mit Gefangenen über den Glauben sprechen“ waren fast alle Arbeitskreise des Schwarzen Kreuzes aus Nordrhein-Westfalen vertreten. Mitarbeiter/Innen aus Essen, Münster, Bielefeld und natürlich auch aus Hamm trafen sich zum gemeinsamen Lernen und zum Austausch im Gemeindezentrum der Christuskirche im Westen Hamms.

 

Was glaube ich?

Zunächst ging es den 16 TeilnehmerInnen darum, den eigenen Glauben zu benennen und auf den Punkt zu bringen. Dabei wurden unter anderem folgende Fragen bedacht: Warum ist mir mein Glaube wichtig? Was habe ich persönlich davon? Was veranlasst mich dazu, mit Gefangenen über meinen Glauben zu sprechen?

Die Antworten auf die sehr persönlichen Fragen fielen unterschiedlich und individuell aus. Hier einige zur Auswahl:
– Glaube ist mir Heimat
– Mein Glaube gibt mir Freiheit, andere anzunehmen/hilft mir, für andere da zu sein
– Der Glaube ist ein Lernfeld für Leben und Sterben

Im zweiten Teil des Seminars wurde das Augenmerk auf die Inhaftierten gelegt. Was treibt Menschen in Haft um? Was sind ihre Wünsche und Träume? In welcher Situation begegnen wir ihnen? Antworten darauf wurden in Gruppen erarbeitet.

Am Ende stand eine Art Leitsatz, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Zusammenfassung ihrer Überlegungen mit nach Hause nehmen konnten: „Über die Beziehung von Mensch zu Mensch wollen wir die Beziehung zu Gott ermöglichen.“

 

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.