19. August 2016

„Warum wir wichtig sind“

 

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Aus dem Leben eines Arbeitskreises – Leiter U. Engelmann schreibt an seine Mitarbeitenden in Osnabrück:

 

Hi zusammen, die letzten Tage waren doch gefüllt und ich möchte euch dran teilhaben lassen.

Sonntag waren André, Florian und ich zu einem Gottesdienst in der homezone-Gemeinde eingeladen. Es war ein sehr netter, wenn auch etwas längerer Gottesdienst. Am Ende des Gottesdienst wurden wir drei Mitarbeiter nach vorne gerufen und über uns wurde gebetet, wir wurden gesegnet. Das war eine ganz tolle Erfahrung, die jeder sicher ganz anders erlebt hat – aber dennoch sehr berührend!

Die Gemeinde hat uns 100 € für unsere Arbeit gespendet. Wer weiß, vielleicht fällt ja auch dort der gute Same der Mitarbeiterschaft….

 

Auch „komische“ Impulse mitteilen

Am Dienstag war ich zu einem Einzelgespräch in der U-Haft. Ein Inhaftierter, der „draußen“ niemanden mehr hat, war ganz erstaunt, als ich ihm beim Gesprächskreis einmal anbot, ihn zu besuchen. Er erzählte viel von seinem Leben, Abstürze, Drogen, Wohnungslosigkeit, Kriminalität, usw.

Bei diesem langen Gespräch sind mir zwei Dinge wichtig geworden. Wir sollten Impulse, die wir während eines Gesprächs bekommen, unserem Gegenüber mitteilen, auch wenn sie noch so komisch sind. Und es gibt anscheinend unzählig viele Menschen, die zwar Kontakte, aber keine echten Freunde, Gegenüber haben. Deshalb sind WIR auch so wichtig, ohne wichtigtuerisch aufzutreten… Wir sind Gegenüber, nehmen uns Zeit, zeigen Hilfsbereitschaft und haben ein offenes Ohr, beten sogar mit ihnen. WER macht das schon in dieser Zeit????? Also: Danke für eure Mitarbeit!!! Ich bin froh, dass DU in unserem Arbeitskreis mitarbeitest!!!

Wir kommen nie allein

Am Mittwoch hatten wir in der U-Haft ein Grillfest im Innenhof zusammen mit der katholischen Kirchengruppe. Es war nett und wir haben gesungen und ich habe eine Kurzandacht vorbereitet. Es war eine nette Atmosphäre! Viele Inhaftierte haben diese zwei Stunden genossen, zudem wir ja auch bombiges Wetter hatten! Viele gute Gespräche und auch Frau Baller hat sich für unser Bemühen bedankt.

Aber ich bin sehr dankbar, weil ich merke, dass Gott hinter uns steht und Menschen berührt und bewegt. Wir kommen nie allein in die JVA, die Menschen spüren uns die Liebe Gottes ab und einige können das sogar ausdrücken. Das ist wirklich ein Geschenk.

Ich plane das nächste Mitarbeitertreffen im September, wir sehen uns ja vorher noch beim Grillen.

Bis dahin liebe Grüße      Uwe

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.