28. April 2016

Schuld baut Brücken

Ein bunt gemischtes Team von „Projekt Brückenbau“ – Hauptamtliche, Inhaftierte, ein Haftentlassener und eine Ehrenamtliche – hat vor kurzem einen Gottesdienst in der Pauluskirche in Celle gestaltet. Das Projekt ist ein Tochterverein vom Schwarzen Kreuz und kümmert sich um die Anliegen direkt vor Ort in Celle.

Mona Gremmel, Sozial- und Religionspädagogin im Anerkennungsjahr im Projekt, predigte über die Ehebrecherin im Johannes-Evangelium. Damals war Ehebruch ein schwerwiegendes Verbrechen, auf dem die Todesstrafe stand. Jesus aber zeigte Barmherzigkeit und machte den Anklägern klar, dass kein Mensch frei von Sünde und Schuld ist – und das gilt heute wie damals.

 

Schuldsteine abladen

Mona Gremmel gab zu bedenken, dass die Schuld nicht verharmlost werden darf. Doch  wenn wir im Sinne Jesu handeln, also nicht verurteilen, sondern unsere eigene Schuld bedenken und barmherzig sind, dann können wir Menschen wieder teilhaben lassen an Gemeinschaft und Gesellschaft.

Im Gottesdienst konnten die Gottesdienstteilnehmer ihren eigenen Stein der Schuld abladen und gemeinsam zu einer Brücke der Vergebung bauen. Die Brücke sah zwar etwas wackelig aus, aber die Statik stimmte und die Brücke hielt. Nach dem Gottesdienst kam das Team mit den Besucherinnen und Besuchern beim Kirchenkaffee ins Gespräch und bauten weiter an Brücken: diesmal den Brücken zwischen Menschen.

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.