31. März 2017

Neue Leitung in Chemnitz: Maria Claus

 

Nach Bielefeld/ Halle hat es auch im Arbeitskreis Chemnitz einen Wechsel gegeben. Zwölf Jahre war Christoph Haase sein Leiter; jetzt hat er sein Amt an Maria Claus abgegeben.

Maria Claus kam kurz nach der Wende zur Straffälligenhilfe. Sie meldete sich auf einen Zeitungsartikel von Annemarie Franzmann, die gerade die Arbeit des Schwarzen Kreuzes in Sachsen aufbaute. Maria Claus war bereit, ins Frauengefängnis Hoheneck zu gehen, das nur einen Katzensprung von ihrem Wohnort entfernt war.

 

„In JVA ist es so ähnlich wie in der Schule“

Sie machte die Erfahrung, dass der Strafvollzug im Grunde die Welt „draußen“ spiegelte. „Die Probleme waren dieselben, nur konzentrierter.“ Und sie stellte fest, dass es auch Parallelen zu ihrem Berufsleben gab. Sie ist Gemeinde- und Religionspädagogin, und die Frauen im Gefängnis waren ähnlich offen und geradeheraus mit dem, was sie fühlten und dachten, wie ihre Schülerinnen und Schüler. „Das war anstrengend und schön zugleich.“ Die Erfahrungen, die sie in der Schule machte, halfen ihr im Gefängnis – und umgekehrt.

Heute geht sie mit dem Arbeitskreis alle zwei Wochen zum Gruppengespräch in die JVA Chemnitz und betreut zusätzlich die eine oder andere inhaftierte Frau einzeln. Eine hatte ihr im letzten Jahr einen Nikolausstiefel  genäht und mit Süßigkeiten gefüllt. Ein aufwendiges Geschenk, denn Waren aus den JVA-Läden sind für inhaftierte Menschen sehr teuer. „Mich berührt immer wieder, wie dankbar viele der Frauen sind.“

 

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