25. April 2014

Neue Gäste zu Besuch

Das war eine Überraschung: Gleich ein halbes Dutzend neue Inhaftierte kam zu unserem Samstagstreffen im Frühjahr! Unser Arbeitskreis Bielefeld/Halle führt einmal im Vierteljahr solche offenen Treffen durch, zu denen wir Inhaftierte aus den JVAen aus der Umgebung, Entlassene und unsere Ehrenamtlichen einladen; auch Gäste von außen sind herzlich willkommen. Inhaftierte können allerdings nur dann kommen, wenn sie im Offenen Vollzug sind. Wenn sich ein Inhaftierter für unsere Samstagstreffen interessiert, stellt er einen Antrag dafür in der JVA und wird später von uns abgeholt.

Mit einem Gefangenen führe ich seit Jahren einen Briefkontakt. Außer ihm war noch nie jemand aus seiner JVA bei unserem Samstagstreffen gewesen. Einmal ging er dort wieder in den Gottesdienst. Im Anschluss daran erzählte er den anderen Gottesdienstbesuchern von diesen Treffen. Er berichtete, dass er einen Antrag stellen wolle, das nächste Mal dort hin zu dürfen. Ein anderer schloss sich gleich an. Später kam noch jemand dazu und noch jemand… Sechs erhielten schließlich die Genehmigung; zwei, drei andere hatten den Antrag leider zu spät gestellt.

Programm liegt nicht jedem

Ein weiterer „Neuer“ kam noch aus einer anderen JVA dazu. Und das, obwohl wir wissen, dass unser Programm ein spezielles ist: Spaziergänge und geistliche Themen liegen nun mal bei weitem nicht jedem Inhaftierten! Für ihre knapp bemessene Zeit in Freiheit wählen die meisten da doch lieber andere Möglichkeiten.

Es wurde ein richtig schöner lockerer Nachmittag. Es waren alles interessierte und aufmerksame Leute, die sich rege an unserem Programm beteiligten. Auch junge waren darunter. Einer spielte mit Hingabe für uns Klavier.

Uns vom Arbeitskreis freute nicht nur dieser gelungene Nachmittag, sondern auch das Vertrauen, dass uns damit gleich doppelt entgegen gebracht wurde: zum einen von Seiten der Inhaftierten, die unser offenes Treffen manchem „Konkurrenzangebot“ am Wochenende vorzogen, und zum anderen von der JVA, die diesen Freigang gleich sechs Inhaftierten genehmigte.

Ursula Gutounik

Foto: Rainer Sturm, www.pixelio.de

 

 

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.