6. November 2015

„Mörder, Monster, Mensch“

17 Stunden Einschluss – „das sind Zeiten, in denen Sandra P. sich schnell wieder als „Monster“ fühlt. Und in denen sie sich zu Beginn des Briefkontaktes auch die Frage stellte, warum Eva L. Kontakt zu solch einem „Monster“ aufnahm.“

Aber auch Eva L. „musste schlucken“, als das Schwarze Kreuz ihr die Unterlagen von Sandra P. zuschickte. Die Länge der Haftdauer wies darauf hin, dass es keine Bagatelle war, die Sandra P. hinter Gitter gebracht hatte. Welche Themen sollte sie da in ihren Briefen ansprechen, welchen Ton anschlagen? Heute sagt sie selbst, dass sich eine Freundschaft aus dem Kontakt entwickelt hat. „Bei der sie aber weiter Distanz wahren möchte, um sie gelingen zu lassen.“

Michael Bönte von der Zeitung „Kirche+Leben“ hat sich ausführlich mit der Geschichte der beiden Frauen beschäftigt und Sandra P. dabei auch selbst im Gefängnis besucht. Sollte man seine Energie nicht lieber für andere Menschen einsetzen als ausgerechnet für Straftäter? Und gibt es dabei auch Gefahren? Fragen wie diese beantwortete ihm Irmtraud Meifert, im Schwarzen Kreuz zuständig für die Vermittlung und Begleitung der Briefkontakte.

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Foto Briefkasten: Andi H., Foto Auge: Rainer Sturm, beide www.pixelio.de

 

Ein Gedanke zu „„Mörder, Monster, Mensch““

  1. Gabriele Lämmerhirt-Seibert sagt:

    Dies ist ein wunderbarer Bericht über unsere Briefkontakte. Ich kann nur zustimmen, dass diese ganz wichtig sind.Die Briefkontakte geben aber nicht nur den Gefangenen etwas sondern auch den Ehrenamtlichen. Es ist gut, voneinander zu lernen. Mir hat mal ein Inhaftierter gesagt, er bewundere, dass ich mich um diese schlechten Menschen kümmere. Dabei sehe ich Inhaftierte nicht als schlechte Menschen. Es sind für mich Menschen, die Schuld auf sich geladen haben. Die kann ich ihnen nicht abnehmen. Aber ich kann vielleicht dazu beitragen, dass sie Verständnis entwickeln, wie es dazu kommen konnte. Und vielleicht kann so weitere Schuld vermieden werden.

    Gabriele Lämmerhirt-Seibert

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Rette mich, lieber Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals! Erschöpft bin ich durch mein ständiges Rufen – ich aber warte sehnsüchtig weiter auf meinen Gott.

Psalm 69, 2 und 4
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