29. August 2012

Gemeinsame Arbeit schafft Nähe

An der Straßenseite der Geschäftsstelle blätterte der Anstrich ab. Die alte Farbe musste ab und neue drauf. Wie kriegt man das am besten hin?

Aus dieser Frage entstand ein Projekt. Die Teilnehmer des „Offenen Abends“, zu dem immer dienstags Inhaftierte, Entlassene und andere Interessenten eingeladen sind, erklärten sich spontan bereit, bei der Renovierung mitzumachen. Mit anpacken und wirklich gebraucht werden, das sprach sie an. Acht Inhaftierte und einige Hauptamtliche machten sich schließlich am letzten Wochenende zusammen an die Arbeit. Ein solides Gerüst wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Wackelig war nur die Frage, ob das Wetter mitspielen würde.

Das tat es, sogar an vollen drei Tagen. Die Arbeit ging zügig voran. Und nebeneinander auf Leiter oder Gerüst, mit dem Pinsel in der Hand, erzählt man sich von ganz allein das eine oder andere, was man sonst nicht ausgesprochen hätte. „Man begegnet sich ganz anders“, erzählt Otfried Junk. „Gemeinsame Arbeit schafft einfach Nähe.“

Sonntag war Pause, und in kleiner Besetzung ging es am Montag noch weiter. Auch wenn abends die Muskeln wehtaten und die Haut hin und wieder doch etwas von der Abbeizlauge abbekommen hatte, waren Inhaftierte und Hauptamtliche zufrieden und auch ein bisschen stolz auf das, was sie zusammen erreicht hatten. Geschäftsführer Otfried Junk meinte: „Es hat Spaß gemacht! Und die neue Fassade kann sich sehen lassen.“

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.