29. Januar 2016

Wir sind die Neuen!

Nina Hollung und Manuel Herrmann im Gespräch

NH: Hallo Manuel, ich finde es klasse, mit dir gemeinsam im „Projekt Brückenbau“ zu starten. Wieso hast du eigentlich hier angefangen?

MH: Ich bin Diplom-Religionspädagoge und habe als Gemeinde- und Regionaldiakon 15 Jahre in Gifhorn gearbeitet, später auch in Peine. Meine Schwerpunkte lagen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das fand ich toll und erfüllend. Doch irgendwann wollte ich auch mal wechseln. Als Diakon hat man da aber nicht so viele Alternativen. Da war es ein Geschenk, die Ausschreibung beim Projekt Brückenbau zu lesen. Ein völlig neues Arbeitsfeld in einer Lebenswelt, die ich vorher nie kennengelernt habe. Das hat mich gereizt. Und warum bist du hier?

NH: Ich hatte die Ausschreibung für deine Stelle gesehen und fand sie interessant. Wegen meiner drei Kinder wollte ich aber nur eine halbe Stelle. Darum freute ich mich, dass das Schwarze Kreuz zusätzlich noch jemanden suchte – für eine halbe Stelle. 25 Wochenstunden sind es jetzt geworden. Und das Beste: Ich kann weiter in meinem Lieblingsarbeitsfeld bleiben.

MH: Was meinst du?

 

Verschiedene Vorlieben

NH: Ich bin Diakonin und Sozialarbeiterin und habe aber nie in einer Kirchengemeinde gearbeitet, sondern bin gleich in den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gegangen. So habe ich erst für ein kleines Missionswerk gearbeitet, die Hildesheimer Blindenmission, und mich da in das Gebiet eingearbeitet: Wie schreibe ich Pressemitteilungen, wen will ich für mein Projekt anschreiben und ähnliches. Parallel habe ich eine Ausbildung zur Fundraiserin gemacht. Das hat mir geholfen, meine Organisation mehr mit den Augen Außenstehender wahrzunehmen. Anschließend habe ich dann zum Beispiel für die Diakoniegemeinschaft Stephansstift und für eine Stiftung der evangelischen Kirche gearbeitet.

MH: Das heißt, du bist gern in der Öffentlichkeitsarbeit unterwegs?

NH: Ja, sehr gern. Das soll darum hier auch einer meiner Schwerpunkte werden. Und wie sehen deine aus?

MH: Mir sind die persönlichen Begegnungen wichtig, die Gespräche und Impulse, die ich bekomme und anderen geben darf. Ich arbeite am liebsten direkt mit Menschen.

NH: Und wie ist es dir hier damit bisher ergangen?

 

„Echtes diakonisches Handeln“

MH: Gleich nach den ersten Arbeitstagen hatte ich schon den Eindruck, dass ich am richtigen Platz bin. Menschen begleiten, Benachteiligten dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen – das verstehe ich nämlich eigentlich unter diakonischem Handeln. Und das passt hier einfach. In der Kinder- und Jugendarbeit kam mir dieser Aspekt immer etwas zu kurz.

NH: Klingt doch, als wären wir perfekt ausgesucht für unsere Stellen, oder?

MH: Stimmt, vor allem, da ich die direkten Kontakte mit den inhaftierten und den haftentlassenen Menschen aufbauen kann, zusammen mit unseren Ehrenamtlichen. Und dazu die Angebote entwickeln und koordinieren. So etwas liegt mir am meisten.

NH: Und bei all dem bin ich natürlich mit dabei. Ich habe zum Beispiel auch Erfahrung als Dozentin, das kann ich für Seminare für Ehrenamtliche hier einbringen. Tja, mir scheint, wir ergänzen uns schon jetzt gut, inhaltlich, aber auch vom Temperament her. Ich habe ein gutes Gefühl, hier dabei zu sein.

MH: Ja, das geht mir auch so. Das Team hat uns sehr nett aufgenommen und ich fühle mich hier richtig wohl.

 

Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen. Aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.