3. Februar 2017

12 Jahre Leitung: Danke, Ursula Gutounik!

Wunderbare Dinge erlebt und oft an ihre Grenzen gestoßen – Ursula Gutounik kennt beides. Zwölf Jahre hat sie den Arbeitskreis Bielefeld / Halle des Schwarzen Kreuzes geleitet, jetzt übergibt sie die Staffel an ihren Nachfolger Heiner Koop.

Wie auch immer man sich für Gefangene oder Entlassene einsetzen kann, Ursula Gutounik hat in allen Bereichen Erfahrung: Briefkontakte zu Inhaftierten, Besuche, Veranstaltungen in- und außerhalb der Gefängnisse, Kontakte zu Angehörigen und Entlassenen, Koordination und Leitung der ehrenamtlichen Mitarbeit. Für ihren Einsatz wurde sie bereits vom Bielefelder Unternehmen Dr. Oetker ausgezeichnet (lesen Sie hier).

 

 Mit ihrem Schüler fing es an

Was war deine erste Berührung mit Straffälligenhilfe?

Durch einen meiner Schüler, der 1994 straffällig wurde, bin ich zur Arbeit mit Inhaftierten gekommen. Gott hatte mir diesen Jugendlichen wirklich „aufs Herz gelegt“. Einige Jahre später lernte ich auf einer Informationsveranstaltung Mitglieder des Schwarzen Kreuzes kennen.

 

Wie waren deine Erfahrungen im Laufe der Zeit?

Der Arbeitskreis Bielefeld/Halle des Schwarzen Kreuzes traf sich einmal im Monat mit inhaftierten Freigängern und Entlassenen – was er übrigens bis heute macht. In der Gruppe fühlte ich mich gleich gut aufgehoben, denn die Mitglieder waren mit viel Engagement dabei. Gemäß dem Motto: Nicht nur reden, sondern handeln!

Dann habe ich einen Fernlehrgang zum Thema Straffälligenhilfe abgeschlossen, den die Geschäftsstelle in Celle damals anbot. Danach fühlte ich mich stark genug, um 2002 in den Bibelgesprächskreis im geschlossenen Frauenhaus der JVA Bielefeld-Brackwede einzusteigen. Bis heute findet er alle zwei Wochen statt. 2005 wurde mir dann die Leitung des Arbeitskreises Bielefeld/Halle anvertraut.

 

Wunderbares und Grenzwertiges …

Warum setzt du dich gerade für Menschen ein, die Straftaten begangen haben?

Nichts und niemanden aufgeben – das ist immer wieder meine Motivation. Wobei ich feststellen musste, dass manche Menschen nicht zu verändern sind… und ich bin auch oft an meine Grenzen gestoßen!

Dabei ermutigt mich immer wieder das Wort von Jesus: „Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr habt mich besucht.“ Ein mir persönlich bekannter Richter hat einmal gesagt: Jeder Mensch ist zu jeder Untat fähig!

Und ich betrachte es als Gottes Auftrag, zu den Inhaftierten in die Haftanstalten zu gehen oder ihnen zu schreiben. So kann ich sie auch auf Gottes Wort aufmerksam machen und sie zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus einladen. Durch einfache Worte möchte ich ihnen wesentliche Glaubensinhalte vermitteln.

Ich halte sie auch dazu an, sich mit ihrer Schuld auseinandersetzen, und biete ihnen dabei Hilfe und Lösungen an.  – Es ist wunderbar zu sehen, wie sich manche Menschen durch das Hören und Lesen des Wortes Gottes verändern.

 

Glaubwürdig sein

Kannst du eine Art Resümee ziehen?

Für die rund zwei Jahrzehnte kann ich sagen, dass ich von Seiten der Inhaftierten, Freigänger und Entlassenen immer respektvoll und höflich, also „normal“ behandelt wurde. Ich denke, es ist die Glaubwürdigkeit, die unsere ehrenamtliche Tätigkeit auszeichnet!

Sie hat meinen Lebenshorizont erweitert und bereichert. Durch die Vermittlung von Inhalten der Bibel bin ich stärker im Glauben gewachsen. In dieser Arbeit wird mir auch viel geschenkt. In den Worten oder Briefen der Gefangenen spüre ich viel Dankbarkeit.

 

Gute Erfahrungen mit JVA

Wie waren deine Erfahrungen mit den Haftanstalten?

Wir werden von der jeweiligen Leitung und von den Justizbediensteten immer freundlich und zuvorkommend behandelt. Das Schwarze Kreuz hat hier einen guten Ruf, in der geschlossenen JVA Bielefeld-Brackwede genauso wie in der offenen Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne mit all ihren Nebenstellen rund um Bielefeld/Halle.

 

Jetzt gibst du die Leitung des Arbeitskreises ab…

Ja, ich bin sehr dankbar, dass mit Heiner Koop ein tatkräftiger Nachfolger bereit steht! Ich wünsche ihm Gottes reichen Segen und gebe gerne den „Leitungsstab“ an ihn weiter.

 

Herzlichen Dank an Ursula Gutounik für all ihren Einsatz!

Mehr über ihren Nachfolger Heiner Koop finden Sie demnächst an dieser Stelle.

Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.