19. Mai 2016

22 Jahre Regionalbeauftragte

Dem Fall der Mauer hat das Schwarze Kreuz eine seiner aktivsten Mitarbeiterinnen zu verdanken: Annemarie Franzmann aus Dresden. Einen Teil ihres Ehrenamts legte sie während unserer Jahrestagung in Springe jetzt aus Altersgründen nieder: Das Amt des Regionalbeauftragten für Sachsen wird in Zukunft Helmut Bunde übernehmen.

1991 regte ein Artikel in der Evangelischen Wochenzeitung „Die Kirche“ Annemarie Franzmann an, einen Briefkontakt mit einem Gefangenen aufzunehmen. Bald merkte sie, dass sie dabei Unterstützung brauchte. Über den Gefängnisseelsorger der JVA Chemnitz bekam sie Kontakt zum Schwarzen Kreuz. Ein Mitarbeiter aus der Geschäftsstelle in Celle, Gert Breuer, betreute dort schon damals, kurz nach dem Mauerfall, eine Gruppe von Ehrenamtlichen. Sie fand Interesse an dieser Arbeit und übernahm schließlich die Leitung der Gruppe. Dieser Arbeitskreis Chemnitz war der erste Arbeitskreis des Schwarzen Kreuzes in Sachsen.

 

Netzwerke aufgebaut

Seit 1994 schließlich vertrat  Annemarie Franzmann das Schwarze Kreuz offiziell in ganz Sachsen. Das hieß damals vor allem, Netzwerke aufzubauen. Sie machte ein Praktikum an der JVA für Frauen in Vechta und krempelte dann die Ärmel hoch. Auf der Jahrestagung gab sie einen Einblick in all die Kontakte, die sie im Laufe von über zwei Jahrzehnten knüpfte: zu Justizvollzugsanstalten und Gefängnisseelsorgern, aber auch zu Kirchenleitung, Diakonie, Justizministerium, … Über Infostände, Christival, Stadtkirchentage, Presseberichte machte sie die Straffälligenhilfe zum Thema. Neue Interessenten für eine ehrenamtliche Mitarbeit kamen dazu. Sie organisierte und besuchte Seminare und gründete weitere Arbeitskreise in Leipzig, Zwickau, Torgau und Dresden. Die Kreise in Zwickau, Dresden und Chemnitz bestehen bis heute.

Sie sei dankbar für die über zwei Jahrzehnte, sagte sie auf der Jahrestagung: „Insgesamt fühlte ich mich von allen akzeptiert, und ich hatte wenig echte Schwierigkeiten bei meiner Arbeit.“ Aber mit fast achtzig Jahren will sie sich jetzt auf die Leitung des Arbeitskreises  beschränken; inzwischen ist es der in Dresden. Vorsitzender Helge Bonacker und Geschäftsführer Otfried Junk bedankten sich bei ihr für ihren enormen Einsatz und überreichten ihr ein Geschenk. Ihr Nachfolger Helmut Bunde ist Referent für Straffälligenhilfe beim Diakonischen Werk Sachsen und gleichzeitig im Vorstand des Schwarzen Kreuzes.

 

Foto: Geschäftsführer Otfried Junk bedankt sich bei Annemarie Franzmann

Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.